Ausgezeichnet von der Boxernothilfe für vorbildliches Engagement

 

 

 

 

 

Mit ihm fing alles an!

 

 

 

 

Er war ein winziges, todkrankes Fellbündel mit einer platten Nase und riesigen Kulleraugen. Sein Geburtsort lag in Sibirien und er wurde mein Freund. Mein erster Boxer Max. Ein lustiger Boxerjunge mit einem großen liebevollem Herz. Leider verließ er mich viel zu früh. Zu spät erkannten die Tierärzte seine seltene Krankheit. Jede Bewegung ließ sein Herz wachsen, bis es ihn erdrückte. Zusammen mit seiner kleinen Freundin, meiner kleinen selbstbewussten Dackeldame Susi, war er mein Sonnenschein und mein Halt in schweren Stunden. Siebzehn Jahre begleitete mich die kleine Dame und sieben davon mein Boxer Max. Als sie mich beide kurz hintereinander verließen, blieb eine tiefe Leere in mir zurück. Sein ungewöhnlicher Weg nach Deutschland inspirierte mich zum Schreiben. Noch heute lebt er in der Geschichte des mutigen Boxerhundes Trull, für mich und für meine zahlreichen Leser weiter.

 

 

Dann kam er! Er kam, sah und siegte!

 

 

Mein zweiter Boxer, klein muskulös und mit einem süßen ansprechenden Gesicht. Ein Romanheld!

 

Dass sich hinter dieser lustigen Maske ein verängstigter, hochaggressiver aber auch sehr intelligenter Bursche versteckte, ahnte ich bei unserer ersten Begegnung auf einer Pflegestelle der Boxernothilfe noch nicht. Unser Zusammenleben wurde auf eine harte Probe gestellt. Es bedeutete immer wieder Auseinandersetzung und gegenseitiges Missverstehen. Doch es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Denn mein Bully suchte Liebe und Verstehen und ich begriff, dass es einzig und allein in der Hand des Menschen liegt, ob ein Hund zum gefährlichen Beißer wird. Als er nach vier aufopferungsvollen Jahren endlich Vertrauen zum Menschen gefasst hatte und wusste, dass sein Frauchen ihn niemals quälen und misshandeln würde, wie er es in den ersten drei Jahren seines so kurzen Boxerlebens erfahren musste, entriss ihn mir eine heimtückische Krankheit. Ich habe es heute noch nicht begriffen, dass er nicht mehr da ist, seine kleinen Purzelbäume schlägt, oder mir seine patschige Kumpelpfote freundschaftlich auf den Arm legt, die Zunge dabei hervorschiebt und mich schelmisch anlächelt.

 

 

 

 

 

Meine kleine sanfte Böxin und Helferin bei Bullys Erziehung

 

 

Mit acht weiteren Boxern vegetierte sie in einem Zwingerverschlag, nachdem ihr Frauchen verstorben war. Gefüttert wurden sie nur, wenn die Hinterbliebenen Trinker sich ihrer erinnerten.

 

Sie war bereits elf Jahre alt, als die Boxernothilfe sie zusammen mit ihren Leidensgenossen befreite. Die jungen Boxer fanden schnell ein Zuhause. An den beiden Alten, der Alice und ihren Rüden Bathros, bestand weniger Interesse. Die kleine abgemagerte Boxerdame, mit dem gebrochenen Kiefer und den überaus lebendigen großen Augen, hatte es mir sofort angetan. Sie wurde der ruhende Pol für meinen Bully. Leider werde ich niemals den Blick ihres alten Rüden vergessen, den ich nicht mitnehmen konnte und für den ich die letzte Hoffnung war. Er starb nach einem halben Jahr auf einer Pflegestelle.

 

Warum umgehen Hundeliebhaber alte Hunde? Noch nie habe ich so viel Liebe und Sanftmut von einem Hund erfahren, wie von meiner Elsi. In der Erziehung meines kleinen Bullys hätte ich mir keine bessere Hilfe vorstellen können. Mit vierzehn Jahren hat die alte Dame noch an einem zehn Kilometer-Lauf teilgenommen und ihn als älteste Hündin gewonnen. Sie war so gesund und so sprühend vor Leben. Alte Boxer sind so problemlos. Sie sind weise, erfahren und verspielt wie in der Jugendzeit. Gutes Futter, viel Auslauf, intensive Beschäftigung und viel, viel Liebe helfen ihnen über viele Beschwerden hinweg und lassen sie im Alter glücklich sein, so glücklich, dass sie lange bei ihren Lieben verweilen möchten. Als Elsis Uhr ablief, blieben ihr nur wenige Wochen um sich von mir zu verabschieden. Ihr Körper verfiel zusehend. Aber immer noch kämpfte sie, weil sie uns nicht verlassen wollte. Ich habe sie am 28. Juni 2005 Zuhause in meinen Armen sanft hinüberschlafen lassen. So sanft, wie sie gelebt hatte.

 

 

 

 

Nach Bullys Tod saß Elsi an Bullys Grab und trauerte wie ein Mensch. Um sie von ihrer Trauer um ihren Freund abzulenken kam er, Tiger!

 

 

 

 

Er war bis zu Elsis Ende ein liebevoller Ersatz für ihren Freund Bully.  Mit 72 Zentimeter Schulterhöhe, kräftigem Körperbau und großen sanften Augen, ein gutmütiger Riese, der nur Liebe suchte. Leider hatte er ein Makel. Er war alt und deshalb wollte ihn keiner haben. Tiger war sogar schon im Fernsehen. Aber weder seine imposante Figur noch sein liebenswerter Charakter vermochten gegen das Vorurteil "Alter Hund" etwas auszurichten. Obwohl er doch erst neun Jahre zählte und kerngesund war.

 

 

 

 

 

Sie war ein ganz besonderer Notfall! Die kleine Spanierin Wandy.

 

 

 

 

Zuerst wollte ich sie nur aufpäppeln. Dann verliebte ich mich in die kleine Boxerdame. Irgendetwas an ihr erinnerte mich an meinen Bully. Vielleicht lag es an ihren großen Augen, vielleicht an ihrem kämpferischen Wesen, vielleicht aber auch nur an ihrem lebenslustigen Charakter. Sie wog nicht einmal zwanzig Kilo und ich getraute mir lange nicht über die hervorstehenden Rippen zu streichen. Ihr Magen, wie ihr Körper, waren ausgetrocknet und es dauerte lange, und kostete viel Mühe, ihr in kleinen Portionen das normale Fressen wieder anzugewöhnen. Sie kam von Spaniens Straßen und war am Ende ihrer Kraft. Als ein alter Hund ohne Zähne wäre sie zum Sterben verurteilt gewesen, hätten sie nicht Tierschützer noch rechtzeitig gefunden. Anfangs stand sie etwas abseits neben dem großen Tiger und der alten aber dominanten Elsi. Seit Elsis Tod hat sie ihren Tiger für sich allein. Dann wurden die beiden, der große Schlenkerjahn und der kleine Pumuckel, zu einem perfekt aufeinander abgestimmten Team. Sozusagen, Hansdampf in allen Gassen und gar nicht alt. Die kleine Dame wusste ihren Tiger zu nehmen. Wenn er nicht schnell genug war, zwickte sie ihn einfach von hinten in die langen Beine. Ansonsten machte sie Tiger alles nach, selbst im Wasser, in Tigers Element. Obwohl ihren Körper, mittlerweile stolze 28 Kilo schwer, unzählige Narben und Beulen zierten, könnte man Wandy wohl die "Glückliche" nennen.

 

 

 

 

 

 

 

Auch Wandy und Tiger mussten über die Regenbogenbrücke gehen. Sie starben beide im Alter von 16 Jahren, kurz hintereinander in meinen Armen. Ich konnte es nicht verhindern. Das Alter forderte seinen Tribut. Zum ersten Mal war ich nicht tapfer. Ich weinte als ich ein letztes Mal in ihre großen sprechenden Augen sah, die mich voller Erstaunen ansahen und stumm fragten...warum?

 

 

 

 

Er kam nicht über die Boxernothilfe zu mir. Dennoch lechzte er nach Liebe und Aufmerksamkeit. Rocky, der Carne-Corso Doggenmischling, wog ganze 86 Kilo und war ein imposanter Respekt einflößender Hund.

 

Aber so groß und kräftig er auch war, sein Wesen war das eines gutmütigen Riesen. Rasch gesellte sich Boxerdame Pauli dazu, die ich im Tierheim Bad-Salzuflen fand. Sie war erst acht Monate, verstört und ohne Fell, aber ausgestattet mit einem regen Temperament. Bis zu Rockys Tod, der mit 11 Jahren ein gutes Alter erreichte, war er Paulas großer Freund, an den sich die temperamentvolle Hündin vertrauensvoll anlehnen konnte. Noch heute vermisst sie ihn.

 

 

 

 

Die mittlerweile achtjährige Paula und ihr Pumuckel Lilly sind heute meine kleine Hundefamilie. Ihre lustigen Streiche und Liebenswürdigkeiten bereichern tagtäglich mein Leben und geben mit Halt in einsamen Stunden.