Tatort "Frühe Neuzeit" Hexenwahn, Mord und Folter

Autorin Bettina Szrama wünscht gute Unterhaltung

 

"Bettina Szrama surft auf der Welle, die Bestsellerautoren wie Noah Gordon, Ken Follett und das Autorenduo mit dem Pseudonym Iny Lorentz angeschoben haben. Und in dieser Liga kann sie locker mithalten." Schaumburger Zeitung über "Der Henker von Lemgo"

Kleine Info zu meinem nächsten historischen Roman!

 

Noch einhundert Seiten bis zum Dezember. Seid gespannt auf meine neue Geschichte. Es handelt sich um das Ehedrama der Sidonie von Sachsen zur Zeit der Reformation, die von ihrem Gatten als Hexe angeklagt wurde, weil sie sich nicht von ihm scheiden lassen wollte.

 

Es ist das Jahr 1568 als der zügellose Herzog Erich der II. von Braunschweig- Lüneburg seinen Ehe- und Geldproblemen eine besonders grausame Richtung gibt. In seinen Residenzen zu Münden wie zu Neustadt am Rübenberge lodern die Hexenfeuer. Innerhalb weniger Tage und Wochen finden beispiellose Hexenverfolgungen statt, die sich ausnahmslos um seine Gemahlin Sidonie drehen. Eine sächsische Prinzessin aus dem Geschlecht der Wettiner, der er auf diese Weise versucht sie, gleich mehrerer Mordversuche an ihm, zu überführen. Doch eine Fürstin von ihrem Rang ist über dergleichen Verbrechen erhaben…

 

 

Hier eine kleine Kostprobe;

 

 

 

Das Weib ist eine Hexe

Intrigen einer herzoglichen Ehe

Historischer Roman über das Ehe- und Liebesdrama der Sidonie von Sachsen

von Bettina Szrama

 

Es wird sich in dieser Ehe nach Endigung des Küßmonats noch allerlei zutragen“ (Originalausspruch Landgraf Philipps)

 

 

Als sie nach wenigen Minuten ermattet neben ihm lag, beugte er sich über sie und leuchtete ihr, sich mit dem Ellbogen abstützend, ins Gesicht. Dabei betrachtete er sie ernst. Sie erschien ihm noch immer schön, ihre Gesichtskonturen waren weich, wie bei einem jungen Mädchen, die Nase gerade und klein und die vollen Lippen sinnlich geschwungen. Ihr Kopf ruhte zwischen ihren Haare, wie auf einem goldrot leuchtenden Teppich. Einen kurzen Moment meldete sich das Gewissen in ihm, schließlich hatte er dieses Weib einmal sehr begehrt und er küsste sie auf die Nasenspitze. Aber der Teufel in ihm ließ nicht lange auf sich warten und ihren Anblick vertrieb ein anderes noch junges Weib, während das kalte Metall auf seiner Brust mit Rum und Ehre lockte. Nein, er hatte nicht vor seine Zukunft von einem flüchtigen Augenblick abhängig zu machen. Gefühle für sein Weib hatten in seinem Leben keinen Platz mehr. Zudem zweifelte er daran, dass ihm dieses alternde Weib jemals einen Erben schenken würde und er  erklärte ihr, ohne jegliche Etikette: „Es gibt eine Grund, warum ich deinem Bett ferngeblieben bin, Geliebte. Mein Gott hat es mir befohlen. Vor einiger Zeit haben mich Zweifel an dem neuen Glauben befallen und mich deshalb wieder zum alten wechseln lassen. Ich liebe dich“, log er, um sie nicht zu verschrecken, „und ich würde unsere Vereinigung von heute Nacht jederzeit wiederholen, wenn du ebenfalls der neuen Lehre abschwörst und meinen katholischen Glauben annimmst. Schwöre es mir, und ich werde nicht nur dein Gemahl, sondern auf ewig dein Geliebter sein.“

 

Sidonias Augen weiteten sich. Sie sah in das Gesicht des Mannes, den sie mehr als ihr Leben liebte und den sie plötzlich glaubte nicht mehr zu kennen. Ihr war als griff eine Hand nach ihrer Kehle und drückte ihr langsam den Hals zu. Als sie kaum noch Luft bekam, rollte sie sich unter ihm weg und sprang aus dem Bett. „Niemals!“, rief sie hysterisch, „dass also war ich dir schuldig für den Beischlaf! Bezahlen soll ich dafür! Bin ich Deine Hure – nein...ich bin eine sächsische Fürstin!“ Wütend und enttäuscht hob sie den Umhang vom Boden auf und warf ihn sich über die nackten Schultern. „Niemals werde ich meinen Glauben aufgeben, auch nicht für dich, meinen Gemahl“, schrie sie, während sie am ganzen Körper zitternd die Ösen am Mantel so ungeschickt verschloss, dass einige davon entzwei gingen und klirrend über den Boden rollten.

 

Erich saß aufrecht und ließ die nackten Beine aus dem Bett hängen. Unbeeindruckt von ihrem Gezeter, beobachtete er sie aus den Augenwinkeln. Er sagte kein Wort. Einen winzigen Augenblick wirkte er wie ein verstörter Junge auf sie, sodass sie Mitleid mit ihm verspürte und sich vor ihm auf die Knien niederließ. Sanft umfasste sie seine Beine. Mit Tränen in den Augen suchte sie seinen Blick, bevor sie sich, in ihrer Verzweiflung, auf das Bitten verlegte. „Alles würde ich dir geben Erich, nur dieses Eine verlange nicht von mir. Ich kann meinem Glauben nicht untreu werden.“, flehte sie. „Ich liebe dich doch Erich, aber eine reformierte Fürstin wie ich… ich kann das nicht, auch nicht für unsere Liebe. Selbst wenn du deine Religion ohne mein Wissen gewechselt hast… ich verzeih dir. Es gibt so viele Ehepaare, welche mit unterschiedlichen Konfessionen zusammenleben. Denk doch nur an deine Mutter und Deinen Vater. Bitte, wenn Du mich wirklich liebst gibst du unsere Liebe, auch mit einem unterschiedlichem Glauben, eine Chance.“

 

Sidonia beschwor ihn und küsste seine Hände, während Erich immer noch stumm auf sie herabsah. Nur sein Blick hatte sich geändert, der milde Ausdruck in ihnen war verschwunden und war Kälte und Brutalität gewichen. Noch bevor sie es registrierte entzog er ihr brüsk seine Hände, als wären sie mit einem tödlichen Insekt in Berührung gekommen und stieß sie mit dem Fuß von sich. Wütend trat er noch einmal hinter seinem, sich am Boden wälzenden, Weib her. Dann lief er zur Kommode, wo er sich einen Becher Wein eingoss.

 

Mühsam erhob sie sich, während er noch immer überlegte, bevor er den Becher in einem Zug lehrte. Ein für Sidonia qualvoll langer Moment. Erst dann drehte er ihr langsam wieder das Gesicht zu, rülpste, beugte sich zu ihr hinab und sagte in einem Ton, der sie erschreckte: „Gut, wenn ich Euch, meine Gemahlin, nicht für die wahre und einzig richtige göttlichen Lehre überzeugen kann, gibt es für mich nur eine Alternative. Ich werde mich nach Rom zum Papst begeben und ihn um die Scheidung unserer Ehe bitten. Weiterhin einer protestantischen Hexe beizuliegen, weigere ich mich!“

Sidonia wurde leichenblass. Ihr wahr als würde sie gerade jedes Gefühls beraubt. Alle ihre Hoffnungen lagen wie ein riesiger Scherbenhaufen vor ihr. Sie spürte weder die Demütigung, die sie gerade durch ihn erfuhr, noch seine Abneigung für sie, die er ihr so brutal vor Augen führte, dass vor ihr ausspie. Sie wusste aber auch, dass jedes weitere Wort, jedes weitere Flehen sinnlos war, als sie mit den Worten; „Niemals werde ich mich von Euch scheiden lassen, mein Gemahl. Lieber sterbe ich“, wie erstarrt den Raum verließ.

Zwei alte Neuerscheinungen meiner erfolgreichsten Bücher 2017! Das Interview dazu mit dem eBook Verlag dotbooks - sehr interessant!

 

 

 

 

 

"Der Henker von Lemgo"

 

mein erfolgreicher historischer Erstling nun bei Dotbooks neu! Herunterzuladen für jedes Gerät!

 

 

 

"Das Mirakel von Köln"

 

Der historische Kriminalroman um eine junge Frau, die sich selbst als Hexe anzeigte und die Stadt Köln dadurch in Gewissensnöte brachte.

 

Ab November 2017 bei "Dotbooks" neu!

 

 

 

"Rumpelstilzchen und die Rumpelapp"

 

ein Märchenbuch für Kinder und Erwachsenen mit einem Schmunzeln geschrieben...

Zehn der schönsten Märchen der Gebrüder Grimm in unsere moderne digitale Welt von mir kommentiert...

 

 "Wortwäscherei" Kanal 21 in Bielefeld! Man muss dabeigewesen sein. Eine hervorragende Sendung und ein super Team! Vielen Dank!  

Hier mal was für Pferdefreunde! Ein Besuch in der Wiener-Hofreitschule. Eigentlich galt mein Besuch dem Krimimuseeum. Aber das hier muss man gesehen haben. Wunderschön!

Den Zugang zu meiner zweiten Homepage gibt es hier!

 

http://paulezwerg.wixsite.com/author-bszrama