Entwurf
Entwurf

Die Magnatin. Mein Leben am Hof der ungarischen Blutgräfin Elisabeth Báthory 
Historischer Thriller

ISBN: 9783862823642

 

Einband: Paperback

Acabus Verlag

Juni 2015

ISBN: 9783862823642

EUR 13,90

 

Inhalt,

 

Ungarn 1594. Voller Hoffnung auf eine glänzende Zukunft, begibt sich die junge Adlige Susanna von Weißenborn in Begleitung ihrer Diener, Johannes und Katica, an den Hof der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory-Nádasdy. Doch was die Drei auf der Burg Sarvǎr wirklich erwartet, erweist sich als ein böser Albtraum.

Die Freunde werden getrennt, und Susanna folgt, fasziniert von der Pracht des ungarischen Hochadels, Elisabeths falschen Verlockungen. Schon bald entgeht sie nur knapp einer Vergewaltigung durch Istvan, den Bruder der Gräfin. Als dieser ermordet wird, verurteilt und verstümmelt man Johannes als Mörder. Susanna wird verraten und von Elisabeths Neffen Gabor geschwängert, doch hält sie an ihrem Glauben an das Gute fest.
Trotz der seltsamen Vorgänge im Schloss, der nächtlichen Todesschreie, Johannes’ Wandlung zum eiskalten Monster und Elisabeths zwei Gesichtern, ignoriert Susanna die Warnungen, bis sie selbst in tödliche Gefahr gerät. Katica drängt zur Flucht, doch die Macht der geistesgestörten Gräfin ist grenzenlos. Als auch die mutige Freundin vor Susannas Augen stirbt, bleibt ihr nur noch eine Hoffnung auf Rettung – Graf Emmerich, der Mann, der die junge Adlige über alles liebt …

…„Ich wusste, dass du mein Schicksal bist, Susanna, von Anbeginn an. Ich bedaure nur, mit deinem Tod zu lange gezögert zu haben.“… (historischer überliefert, aus Elisabeths Verhaftung)

 

 

 

Leseprobe:

 

„Was macht Ihr hier, Elisabeth? Seid Ihr gekommen, um
mich zu töten? Oder glaubt Ihr, mit Beten Eure Seele reinwaschen
zu können?“, fragte ich mit schwacher, tonloser Stimme.
Bei meinen Worten hob sie den Kopf. Sie hatte geweint
und die Tränenspuren verliehen ihrem maskenhaften Gesicht
etwas Heiliges. Elisabeth war sogar schön, wenn sie weinte.
Sie sah mich einen Moment schweigend an, nahm dann meine
Hand und führte sie an ihre Lippen. Im gleichen Moment
brach ein weiterer Tränenstrom aus ihr heraus. „Ich bitte Gott
um die Vergebung meiner Sünden, Komtesse!“, sagte sie nach
einer Weile unter leisem Schluchzen. „Ich habe niemals Böses
gewollt. Aber ich weiß nicht, woher es kommt, welcher Teufel
mich solche Dinge tun lässt.“
Ich glaubte ihr kein Wort. Eher war es die Angst vor der
Verdammnis, die sie zu mir geführt hatte. „Ihr seid einerseits
liebenswürdig und intelligent. Ihr schützt ein mitfühlendes
Herz vor. Aber andererseits quält Ihr die Menschen, die Euch
vertrauen. Warum, Elisabeth? Ihr seid dabei, Euch in ein Ungeheuer
zu verwandeln. Ich kann Eure Reue nicht verstehen.
Ich habe Angst vor Euch“, entgegnete ich und versuchte vorsichtig,
ein Stück von ihr wegzurücken. Doch sie ließ meine
Hände nicht los und rutschte mit dem Oberkörper hinterher.
Es war ein seltsamer Anblick, die mächtige Frau vor mir auf
dem Bett kriechen zu sehen.
„Ich kann dir keine Antwort darauf geben, warum ich so
bin“, flehte sie. „Das Strafen meiner Untergebenen habe ich
von Franz gelernt. Strafe für den, dem Strafe gebührt. Aber ich
empfinde immer öfter Lust daran. Ohne nicht wenigstens einmal
am Tag ein Mädchen geprügelt zu haben, fühle ich mich
nicht wohl. Mein Körper wird von Ängsten und Wahnvorstellungen
geschüttelt. Ich hoffte auf deine Hilfe, Susanna, aber
du hast mich hintergangen und dich schwängern lassen. Dabei
brauche ich doch jemanden wie dich an meiner Seite. Eine, die
mir beisteht!“
Es war ein Schrei der Verzweiflung, den sie ausstieß, und
wenn ich sie nicht besser gekannt hätte, hätte ich ihr das Schauspiel
abgenommen. Stattdessen war ich davon überzeugt, dass
es ihre wahnsinnige Furcht vor teuflischen Kräften war, die sie
auf die unwürdige Stufe herabsinken ließ, mich um Vergebung
anzuflehen.
„Ihr habt doch die Anna Darvulia mit ihren Zauberkräften.
Kann sie Euch nicht vor dem Teufel beschützen? Man erzählt
sich, dass sie gut mit Kräutern umgehen kann. Aber vielleicht
ist sie es ja, die diese Empfindungen in Euch weckt? Vielleicht
ist sie wirklich eine Hexe und ihr befindet Euch bereits in ihrem
Bann“, antwortete ich ihr. Ich spürte, dass ich dieser mächtigen
Frau, die sich den Himmel und die Hölle hätte kaufen können,
überlegen war. „Was, Elisabeth, nützen Euch Eure Macht,
Euer Reichtum und Eure Schönheit, wenn Ihr innerlich zerrissen
seid und junge Mädchen zu Tode prügeln müsst, um Euch
zufrieden und glücklich zu fühlen? Mir scheint, der Teufel hat
bereits Besitz von Euch ergriffen.“
Es erforderte viel Mut, ihr das zu sagen, aber ich spürte auch,
dass ich diese Gelegenheit kein zweites Mal bekommen würde.
Deshalb fürchtete ich mich nicht vor ihrem Zorn. Die Gräfin
hatte mir starr und mit weit aufgerissenen Augen, wie ein
Kind zugehört. Keine Regung in ihrem blassen Gesicht verriet,
wie sie nun reagieren würde. Für mich war zu diesem Zeitpunkt
bereits klar, dass sie eine schwer gestörte Frau war. Ob
sie nun von dem Teufel Anna Darvulia besessen war, an einer
heimtückischen Krankheit litt oder sich gar Hexerei im Spiel
befand – ich bereitete mich auf den schlimmsten Tod vor. Doch
wie schon so oft reagierte sie ganz anders als erwartet. Es war,
als wenn sie meine Worte überhört hätte. Sie lächelte plötzlich
und sagte: „Gräme dich nicht um das Kind in deinem Leib, Susanna.
Ich vermute, dass auch ich wieder guter Hoffnung bin.
Diesmal stehen die Sterne gut und es wird ein Sohn werden.
Was hältst du davon, wenn wir unsere Kinder gemeinsam aufziehen?
Nur musst du mir sagen, ob es ein Nádasdy oder ein
Báthory ist, der da in deinem Bauch heranwächst. Wir brauchen
doch einen Namen für ihn.“
Hatte Elisabeth die Maske fallen lassen? Hatte sie mir deswegen
diese Komödie vorgespielt, um zu erfahren, wer der
Vater meines Kindes war? War dieses Ungeheuer am Ende
gar nicht krank und vom Teufel besessen, sondern nur eine
schlaue und durchtriebene Person? Ich war so überrascht, dass
mir die Worte fehlten und ich sie mit offenem Mund anstarrte,
während sie meinen Bauch streichelte. Als ich wieder fähig
war zu sprechen, kam sie mir zuvor: „Ich vermute, es ist das
Kind meines Gemahls. Du musst keine Angst haben. Es wäre
nicht das erste Kind, das er mit einer meiner Zofen gezeugt hat.
Bei dir hat er sich wenigstens auf Adel und Schönheit besonnen.
Deshalb bin ich dir auch nicht mehr böse. Vielleicht ist es
ja von Gott so gewollt“, plapperte sie und mir wurde flau im
Magen bei dem Gedanken, was für eine Gemeinheit sie jetzt
wieder ausheckte. „Ich schwöre bei Gott, ich habe Euch nicht
mit Eurem Gemahl betrogen, Elisabeth. Es ist ein Báthory, der
in meinem Bauch heranwächst. Aber fragt mich nicht nach
seinem Vater. Ich darf es Euch nicht verraten“, antwortete ich
leise, auf alles gefasst.
Ein Aufblitzen ihrer Augen war die Antwort. Ob es nun ein
gutes oder schlechtes Zeichen war, war mir in diesem Moment
unklar. Erst einmal musste sie die Nachricht verdauen. „So, ein
Báthory …“, murmelte sie, „das bringt natürlich meine Pläne
durcheinander.“ Sie sah nachdenklich auf mich herab, bevor
sie sich erhob. Zum Abschied strich sie mir tröstend über meine
verbundene Wange und sagte: „Meine besten Zofen und
Hofärzte werden Tag und Nacht über dein Wohlergehen wachen.
Du wirst wieder so schön sein wie vorher, Susanna.“



Das wilde Kind von Hameln 
Historischer Krimi

ISBN: 9783862823611

 

Einband: Paperback

Acabus-Verlag

voraussichtlich September 2015

 

Der aufsehenerregende Fall des Wilden Peter von Hameln 1724:

Das Auftauchen eines verwilderten Knaben nahe Hameln sorgt für Spekulationen und Mutmaßungen am kurfürstlichen Hof von Hannover. Der Kommissar Aristide Burchardy ermittelt in der mysteriösen Angelegenheit. Doch der wilde Peter, wie er fortan von den Hamelnern genannt wird, will nicht sprechen und führt sich wie ein Wolf auf. All dies interessiert Aristide allerdings weniger als das kurfürstliche Wappen auf dem Hemdfetzen, den der nackte Wilde um den Hals trug.

Peter wird im Armenhaus untergebracht und trifft dort auf Grete, die Tochter des Aufsehers. Unbemerkt bringt sie sich in den Besitz des einzigen Nachweises über Peters Herkunft. Der armen Kreatur verbunden, flieht sie mit Peter und begleitet ihn auf seinem abenteuerlichen Weg bis an den englischen Königshof Georg I. Nicht nur dieser, auch ein Celler Zuchthausaufseher, ein englischer Lord und eine hannoversche Prinzessin hegen ein auffälliges Interesse für den Wilden.

Immer wieder kreuzen sich dabei Aristides und Gretes Wege, bis er ihr, in seinem Bestreben in den Besitz des Hemdfetzens zu kommen, das Leben rettet. Als er endlich hinter Peters Geheimnis kommt, muss er erkennen, dass er selbst ein wichtiger Teil in dieser Geschichte um Macht, Mord und Intrigen ist.  Hat seine Liebe zu Grete trotzdem eine Chance?

…„Ihr solltet Euch unbedingt mit eigenen Augen davon überzeugen, Majestät“, riet ihm Charles. „Es hat schon etwas Seltsames auf sich mit dem Kind. Der Knabe soll, als man ihn fand, keinerlei menschliche Verhaltensweisen gezeigt haben. Er hat wohl nie gelernt, aus einer Tasse zu trinken oder Kleidung zu tragen. Stattdessen läuft er wie ein Tier auf Händen und Füßen und schläft auf den Ellbogen. Was glaubt Ihr, Majestät, wie dieses Kind in den Wäldern überlebt hat?“…

 

Leseprobe;

 

Er sprach Grete aus dem Herzen. Um in das Gesicht des Mannes zu sehen, der offenbar als Einziger Mitleid für das Kind empfand, trat sie einen Schritt aus ihrem Versteck hervor. Der Mann bemerkte es und drehte sich nach ihr um. „Da ist ja ein Weib …“, stellte er erstaunt fest, „und was für eine Schönheit sie ist?“

„Sie ist noch ein Kind und meine Tochter“, knurrte Müller ärgerlich über ihr Auftauchen und herrschte Grete augenblicklich an: „Was hältst du hier Maulaffen feil. Gibt es keine Arbeit im Haus?“

Grete nahm sofort eine Demutshaltung an und wollte sich gehorsam zurückziehen, als der Mann nach ihrer Hand fasste und sie an seine Lippen zog. „Wie kann man die Jungfer nur so zurechtweisen. Ich denke, sie ist Seine Tochter. Ihr solltet dem Herrgott für diese schöne Gabe danken“, sagte er, während seine Augen Grete anlächelten. Es waren himmelblaue Augen umgeben von tausend kleiner Lachfältchen unter einem Kranz fein geschwungener Brauen, die ihn sympathisch machten. Eine leicht gebogene Nase, schmale Lippen über einem energischen Kinn gaben dem Männergesicht mit der vornehmen Blässe zudem eine gewisse Verwegenheit.

„Herr Burchardy können wir nicht weitermachen?“, tönte es ungeduldig aus dem Hintergrund. „Er als kommissarischer Leiter dieser Angelegenheit sollte es ein Bedürfnis ansehen, die Sache schnell zu Ende zu bringen. Die Jungfer ist uns keine Hilfe und kann gehen. Sie wurde schon auf dem Markt von der Kreatur gebissen.“

Grete versuchte rasch die verletzte Hand auf dem Rücken zu verstecken und blieb an den Augen des Kommissars hängen. Sie hoffte auf seine Führsprache. Mit ihrem unschuldigen noch kindlichen Herzen aber dem Körper einer bereits jungen Frau hatte sie sofort Vertrauen zu dem Mann gefasst. Der Kommissar dachte auch nicht daran, Grete hinauszuschicken. Stattdessen rief er überrascht: „Seht nur die Kreatur? Welche seltsame Wandlung?“

Während sich auf den Gesichtern Überraschung breitmachte, führte er Grete ein Stück auf den Knaben zu, der sich vor ihnen wie eine schwarze Spinne mit angezogenen Beinen, in eine Ecke hinter dem Schornstein zurückgezogen hatte. Als er das Mädchen bemerkte, kam er vorsichtig witternd aus seinem Versteck heraus und kroch, seine Peiniger dabei ängstlich im Auge behaltend, einen Schritt auf sie zu. In sicherer Entfernung ließ er sich auf dem Boden nieder, zog erneut die Beine an und starrte Grete unverwandt von unten herauf in das Gesicht.

„Was für ein Kuriosum?“, stellte der Bürgermeister überrascht fest. „Ich sagte doch – ein Weib und alles regelt sich wie von selbst. Weiber haben schon die Politik verändert meine Herren. Vielleicht hatte er eine Mutter und erinnert sich an sie.“

„Oder er will sie noch mal beißen!“, grinste Müller und fügte hinzu: „Wir sollten die Gelegenheit nutzen und der Kreatur den Zuber überstülpen, bevor das Wasser ganz kalt wird.“

 

Grete war ebenso fasziniert wie die Männer von dem veränderten Gebaren des tierischen Knaben. Gleichzeitig ließ sie aus Mitleid alle Vorsicht außer Acht und nutzte die kurze Verwirrung, um vor ihm in die Hocke zu gehen. Als sie auf Augenhöhe mit dem Wilden war, lächelte sie ihm zuversichtlich zu.